Gottfried Benn,
* 2.5.1886 Mansfeld/Kreis Westprignitz (Brandenburg), † 7.7.1956 Berlin.

Der Sohn des protestantischen Pfarrers Gustav Benn (dessen Vater ebenfalls als Pfarrer in Mansfeld tätig war) und der Schweizerin Caroline Jequier, zweites von acht Kindern, verbrachte Kindheit und Jugend in Sellin in der Neumark. Er besuchte das humanistische Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt/Oder (Freundschaft mit Klabund; Abitur 1903) und studierte auf Wunsch des Vaters zunächst Theologie und Philologie: zwei Semester in Marburg, dann in Berlin (1904). Im Oktober 1905 gelang es ihm, in die Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin aufgenommen zu werden, die vor allem Offiziers- und Beamtensöhne ausbildete.

Seine aktive Dienstzeit (1. 4. bis 30. 9. 1906) leistete er beim 2. Garderegiment zu Fuß ab; dann arbeitete er nach dem Physikum (Ostern 1908) vom 1. 10. 1910 bis 1. 11. 1911 als Unterarzt in der Berliner Charité. Für seine Arbeit Die Ätiologie der Pubertätsepilepsie bekam Benn 1911 die Goldene Medaille der medizinischen Fakultät, 1912 promovierte er mit der Dissertation Über die Häufigkeit des Diabetes mellitus im Heer zum Dr. med. Anschließend wurde er aktiver Militärarzt, nahm jedoch wegen eines angeborenen Gesundheitsfehlers (Wanderniere) seinen Abschied.

In den folgenden Jahren war er als Assistenzarzt an Berliner Kliniken tätig. Liebesverhältnis mit Else Lasker-Schüler (1912/1913), erste Veröffentlichungen. Umgang mit Carl Einstein, Alfred Lichtenstein, Franz Pfemfert, Herwarth Walden, Paul Zech u.a. 1914 als Schiffsarzt in die USA. Heirat mit Edith Osterloh (die Tochter Nele, geb. 1915, stammt aus dieser Verbindung) und Rückkehr als Sanitätsoffizier zur Armee. Er nahm an der Erstürmung Antwerpens teil und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Ab Oktober 1914 Oberarzt an ein Prostituiertenkrankenhaus in Brüssel (1). Bekanntschaft mit Carl und Thea Sternheim, Otto Flake, Wilhelm Hausenstein. Im Herbst 1917 ließ er sich als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Berlin, Belle-Alliance-Straße 12, nieder.

Im Berlin der 20er Jahre führte Benn dann seine einsame Junggesellenexistenz. (Seine erste Frau starb 1922. Nele lebte seit 1923 in Kopenhagen bei der Opernsängerin Ellen Overgaard.) Freundschaften mit dem Verleger Erich Reiss, mit George Grosz, Alfred Flechtheim, Tilly Wedekind, Heinz u. Änne Ullstein prägten die Jahre bis 1933. 1928 wird Benn Mitglied des Berliner PEN-Clubs. Im August starb Klabund, Benn hielt dem Freund die Totenrede. Er selbst litt an Depressionen, »körperlich u. seelisch äußerst apathisch u. abgekämpft, von geradezu krankhafter Menschen- Unterhaltungs- u. Eindrucksflucht« (an Gertrud Zenzes, 4. 9. 1926). Die Praxis ging schlecht, er bewarb sich vergeblich um eine Stelle als Stadtarzt. Gleichzeitig gewann er an literarischer Geltung im Berliner Geistesleben, seit 1927 seine Gesammelten Gedichte (Bln.) u. 1928 seine Gesammelte Prosa (Bln.) erschienen waren. Literarische Diskussionen u. Polemiken entzündeten sich an seinem Werk. 1929 Selbstmord seiner Freundin Lili Breda (2). Seit 1930 arbeitete er mit dem Komponisten Paul Hindemith zusammen und schrieb den Text für ein Oratorium (Das Unaufhörliche. Mainz 1931), das am 21. Nov. 1931 unter Otto Klemperer in der Berliner Philharmonie uraufgeführt wurde. 1932 wurde er auf Vorschlag Heinrich Manns in die Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste gewählt, eine Ehrung, die ihm sehr viel bedeutete. Beginn der Korrespondenz mit F.W. Oelze, die bis zu Benns Tod anhalten sollte. Am 13. März 1933 wurde Benn, nach dem Austritt Heinrich Manns, kommissarischer Leiter der Sektion, seine Aktivitäten führten zum Austritt zahlreicher Mitglieder.

Am 14. März 1933 wird den 31 ordentlichen Mitgliedern der Deutschen Akademie der Dichtung die Frage gestellt, ob sie »unter Anerkennung der veränderten politischen Lage« der neuen Regierung ihre Loyalität erklären. Die vorgeschriebene Erklärung unterzeichnen zustimmend: am 15.3.: Gottfried Benn, Max Halbe, Ludwig Fulda, Eduard Stucken, Josef Ponten, Hermann Stehr, Walter von Molo und Rudolf Binding; am 16.3.: Gerhart Hauptmann in Rapallo, Max Mell, Oskar Loerke, Wilhelm Scholz und Alfred Mombert; am 18.3.: Theodor Däubler in Italien, Wilhelm Schmidt-Bonn in Ascona, Alfred Döblin in Zürich, der aber als Jude seinen Austritt erklärt, und Fritz von Unruh; am 19.3.: Franz Werfel in Italien; am 22.3.: Bernhard Kellermann. Ablehnend antworten am 15.3.: Alfons Paquet, der gleichzeitig seinen Austritt ankündigt; am 17.3.: Thomas Mann in der Schweiz, der auch seinen Austritt erklärt.

In der Rundfunkrede Der neue Staat und die Intellektuellen (Berliner Rundfunk 24. 4. 1933) verkündigt Benn das Ende der liberalen Ära; die Geistesfreiheit sei aufzugeben »für den neuen Staat«. Einen werbenden und zugleich kritischen Brief Klaus Manns (9.5.33) aus der Emigration erwidert Benn mit einer Rundfunkrede Antwort an die literarischen Emigranten (Berliner Rundfunk Mai 1933): Es gäbe jetzt »eine neue Vision von der Geburt des Menschen«. Der neue Mensch strebe zum Absoluten; das ökonom. Kollektiv sei durch das mythische Kollektiv ersetzt worden. Im Juni 1933 mußte Benn die kommissarische Leitung der Sektion abgeben, Hanns Johst wurde neuer Präsident; eine Lesung seiner Gedichte im Berliner Rundfunk wurde in letzter Minute untersagt, auch durfte er die Gedenkrede zum Tode Stefan Georges im Dez. 1933 nicht halten. Börries von Münchhausen unterzog die expressionistische Generation einer vernichtenden Kritik, und Benn mußte sich verteidigen, wobei er mit seinem Aufsatz Bekenntnis zum Expressionismus (in: »Deutsche Zukunft«, 5. 11. 1933) u. der Rede auf Marinetti (29. 3. 1934. In: »Deutsche Allgemeine Zeitung«, 30. 3. 1934) in Opposition zu den reaktionär-provinziellen Kunstidealen Rosenbergs geriet. Im Winter wird Benn vom NS-Ärztebund von der Liste attestberechtigter Ärzte gestrichen.

Am 6. Januar 1934 nimmt er im 'Börsenblatt' Stellung zum Thema: »Die Dichtung braucht immer Spielraum«; er schreibt u.a.: »Ich vertrete die Ansicht, daß der Kunst für die Zukunft sehr viel mehr vom Menschen, vom Volk, ja der ganzen neuen Rasse gehören wird als bisher; sie wird Funktionen sowohl des Religiösen wie des Philosophischen wie des Politischen übernehmen, sie wird wieder jene primäre anthropologische Einheit der nordisch-hyperboreischen Welt werden, die sie einst war. Man sollte sie also weniger kontrollieren, als sie ihrer Intuition und Weltgestaltung überlassen.« Im Vorwort zu Kunst und Macht (Stgt. 1934) nennt Benn den Nationalsozialismus eine Angelegenheit der Produktiven.

Die Desillusionierung setzte nach der Ermordung Röhms im Juni 1934 ein, die Kulturpolitik der Nationalsozialisten hatte ihn enttäuscht: »Das Ganze kommt mir allmählich vor wie eine Schmiere, die fortwährend 'Faust' ankündigt, aber die Besetzung reicht nur für 'Husarenfieber'. Wie groß fing das an, wie dreckig sieht es heute aus« (an Ina Seidel, 27. 8. 1934). Um die Praxis zu halten, sah er sich gezwungen, an Schulungen des NS-Ärztebundes teilzunehmen, da er im Verdacht stand, Jude zu sein. Deswegen entschloß er sich, alle Berliner Verbindungen zu lösen und in die Armee zurückzukehren: »Raus aus allem; und die R.[eichs] W.[ehr] ist die aristokratische Form der Emigrierung!« (an Friedrich Wilhelm Oelze, 18. 11. 1934). Ab 1. 4. 1935 arbeitete er als Oberstabsarzt (Majorsrang) bei der Heeressanitätsinspektion in Hannover. Aber das Milieu blieb ihm fremd, er litt unter den langweiligen und anstrengenden Arbeitsbedingungen. Zum 2. Mai 1936, seinem 50. Geburtstag, erschien der Band Ausgewählte Gedichte in der Deutschen Verlagsanstalt (Stgt.), der am 7. Mai in der SS-Wochenzeitung »Das schwarze Korps« als »Ferkelei« u. »widerliche Schweinerei« denunziert wurde. Einige Gedichte mußten in der zweiten Auflage, die Ende des Jahres herauskam, getilgt werden (Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke. D-Zug).

In der Hannoverschen Zeit war Benn trotz innerer und äußerer Schwierigkeiten produktiv und legte mit Gedichten, die auf der Terrasse der Hannoverschen Stadthalle entstanden (Tag, der den Sommer endet. Die weißen Segel. Altern. Am Saum des nordischen Meers), den Grund zu der späten Sammlung Statische Gedichte (Zürich 1948). In elegischem Ton beschäftigt sich diese Lyrik mit dem Hauptthema jener Zeit, dem Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit. Kunstwerke sind ihrem Wesen nach »statische Gebilde«, die den Wechsel der Zeiten und aller geschichtl. Veränderungen überdauern. Benn empfand diese Gedichte als durchaus modern; ihm lag daran, »neue Themen, neue Wirklichkeiten in die fade deutsche Lyrik zu bringen, fort von Stimmungen und Sentiments zu Gegenständen« (an Oelze, 18. 1. 1945). Dabei sind die Mehrzahl der Gedichte durchaus mit der Situation des Autors zur Zeit ihrer Entstehung verbunden: die Unterdrückung der Kunst, das Schreibverbot (seit 1938) und, daraus folgend, die Isolation. Seit 1936 arbeitete er auch an einer Prosaarbeit, die in dem ausgedehnten Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Oelze aus Bremen vorgedacht und vorformuliert worden war: Weinhaus Wolf (Wiesbaden 1949), benannt nach einem von ihm bevorzugten Restaurant, leitet die Spätphase der absoluten Prosa ein und eröffnet thematisch die bis 1945 weitergehende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem deutschen Spießer: »Dann hörte ich auch ihre Lieder - ja die Linde ist ihr Baum: süß, innig und man kann Tee daraus kochen« (GW 2, 142). Im Milieu des Weinrestaurants vollzieht sich der innere Monolog des fiktiven Erzählers, der eine Überprüfung der »Grundfragen der menschlichen Existenz« und der »geistigen Lage der weißen Völker« in der aktuellen Zeitsituation anstellt. Die Geschichtswelt wird mit Hohn überschüttet und in ihrer völligen Sinnlosigkeit enthüllt, die Gegensätze von Leben und Geist, Natur und Kunst werden zu unversöhnlichen Antinomien.

1937 ließ sich Benn nach Berlin versetzen. Als Oberstabsarzt hatte er beim III. Armeekorps, Abteilung Versorgung, Wehrdienstschäden zu begutachten. Im Januar 1938 heiratete er Herta von Wedemeyer und zog in die neue Wohnung, Bozener Straße 20, ein, die er bis zu seinem Tod behielt. Im Sept. 1943 wurde er nach Landsberg/Warthe versetzt, hier entstanden Kapitel seiner Autobiographie Doppelleben (Wiesb. 1950). In dem Kapitel Block II, Zimmer 66 (1944) und in Briefen hat Benn sehr eindringlich das Leben geschildert, das er in der General-von-Strantz-Kaserne mit seiner Frau, die als Stenotypistin arbeitete, führte. In der Nacht des 28. Jan. 1945 mußte Benn mit seiner Frau nach Küstrin fliehen, in einem offenen Viehwagen erreichten sie Berlin und die leere Wohnung. Kurz vor dem Großangriff der Roten Armee am 5. April 1945 evakuierte er seine Frau nach Neuhaus/Elbe, die sich dort, nachdem jede Verbindung zwischen ihnen abgerissen war, am 2. Juli 1945 mit einer Überdosis Morphium das Leben nahm. Als seine Tochter Nele ihn im Frühjahr 1946 in Berlin besuchte, fand sie den Vater durch Hunger und Kälte äußerlich völlig verändert.

Im Herbst 1946 entschloss sich Benn zu seiner dritten Ehe und heiratete die eine Generation jüngere Dr. Ilse Kaul, die ihre zahnärztliche Praxis weiterführte und sie später in die Bozener Straße 20 verlegte. Eine Veröffentlichung der Gedichte und Essays kam zunächst nicht in Frage. In Berlin, wo der unter Johannes R. Bechers Leitung stehende kommunistische Kulturbund das geistige Leben beherrschte, sah er sich neuen Angriffen ausgesetzt und stand auf der Liste unerwünschter Schriftsteller. In Süddeutschland stellte sich Alfred Döblin, der als Literaturinspekteur der französischen Militärregierung in Baden-Baden tätig war, gegen Benn. Als aber 1948 die Statischen Gedichte (Zürich) im Schweizer Verlag Die Arche erschienen und die amerikanische Zensur auch den Druck der Drei alten Männer (Wiesb.) im Dez. 1948 nicht beanstandete, war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Der Verleger Max Niedermayer war entschlossen, Benn auf dem Markt durchzusetzen: So erschienen im Limes Verlag in Wiesbaden im Februar 1949 Der Ptolemäer, im März die Lizenzauflage der Statischen Gedichte, im Juni Ausdruckswelt und im Okt. der Gedichtband Trunkene Flut. Diesem Druck konnte die literarische Kritik nicht mit Schweigen begegnen: Binnen kurzem füllten die Kritiker der jungen Generation, die das literarische Leben der Bundesrepublik Deutschland weitgehend beherrschten (Kreuder, Bense, Hohoff, Holthusen), die Zeitungen mit ihrem Lob.

Während Benn sein Leben als praktizierender Arzt in Berlin fortsetzte, dauerte der neue schöpferische Impuls an, so daß in der Zeit von 1951 bis 1955 drei neue Gedichtsammlungen (Fragmente. Destillationen. Aprèslude. Wiesbaden 1951. 1953. 1955) u. neue Essays und Vorträge erscheinen konnten. Die erste öffentliche Ehrung erfolgte mit der Verleihung des Büchner-Preises (3) durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung 1951, die letzte mit der Feier seines 70. Geburtstags in Berlin. 23. Februar 1952 Rede anlässlich einer Else Lasker-Schüler Gedenkveranstaltung im British Centre in Berlin. Treffen mit Ernst Jünger. An seinem Todestag war er für den Kunstpreis des Landes Nordrheinwestfalen vorgeschlagen worden, den er postum am 16. Juli 1956 erhielt.

(Dieser Text basiert auf dem entsprechenden Eintrag in 'Wilpert: Lexikon der Weltliteratur' und wurde von mir modifiziert)

  • Rauhreif (1912)
  • Cocain (1917)
  • Synthese (1917)
  • aus Fernen, aus Reichen (1927)
  • Erinnerungen - (1949)
  • Tristesse - (1954)

    Biografien

    -Benn, Gottfried: Doppelleben. Zwei Selbstdarstellungen. Gebundene Ausgabe - 199 Seiten - Klett-Cotta bestellen
    -Gottfried Benn 1886 - 1965. Eine Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs im Schiller Nationalmuseum Marbach am Neckar. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1986. bestellen
    -Brode, Hanspeter: Benn-Chronik. Daten zu Leben und Werk. München, Hanser 1978.
    -Buddeberg, Else: Probleme um Gottfried Benn. Die Benn-Forschung 1950-1960. Stuttgart 1962.
    -Holthusen, Hans Egon: Gottfried Benn. Leben, Werk, Widerspruch 1886-1922. Stuttgart 1986.
    -Klemm, Günther: Gottfried Benn. Wuppertal 1958 (Dichtung und Deutung 6)
    -Koch, Thilo: Gottfried Benn. Ein biographischer Essay. München 1957
    -Krämer-Badoni, Rudolf: Gottfried Benn. Ein Porträt. In: Ders.: Vorsicht, gute Menschen von links. Gütersloh, Signum 1962.
    -Lennig, Walter: Gottfried Benn in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rowohlts monographien. bestellen
    -Matthias, L.L.: Erinnerungen an Gottfried Benn. In: Merkur 16, 1962.
    -Purekevich, Renata: Dr. med. Gottfried Benn. Aus anderer Sicht. Bern, Lang 1976.
    -Raddatz, Fritz J.: Gottfried Benn. Leben - niederer Wahn. Eine Biographie. 320 Seiten - Propyläen. Gebundene Ausgabe. bestellen
    -Rübe, Werner: Provoziertes Leben. Gottfried Benn. Gebundene Ausgabe 487 Seiten - Klett-Cotta bestellen
    -Sanders-Brahms, Helma: Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler: Giselheer und Prinz Jussuf. Berlin 1997.
    -Scholz, Kai-Uwe: Gottfried Benn (1886-1956): Kindheitsorte. Mansfeld/Westpriegnitz, Sellin in der Neumark und Frankfurt an der Oder. Hg. v. Wolfgang Barthel. Frankfurt/Oder 1998
    -Schümann, Kurt: Gottfried Benn. Eine Studie. Emsdetten 1957
    -Sörensen, Nele: Mein Vater Gottfried Benn. Wiesbaden (Limes) 1960.
    -Uhlig, Helmut: Gottfried Benn. Berlin 1961 (Köpfe des XX. Jahrhunderts 20)
    -Wallmann, Jürgen P.: Gottfried Benn. Mühlacker 1965 (Genius der Deutschen)
    -Wellershoff, Dieter: Gottfried Benn. Phänotyp dieser Stunde. Kiepenheuer & Witsch, Köln/Berlin 1958.
    -Wodtke, Friedrich Wilhelm: Gottfried Benn. Stuttgart, Metzler 1970.
    -Ziebarth, Ursula; Meyer, Jochen (Hrsg): Hernach. Gottfried Benns Briefe an Ursula Ziebarth. Gebundene Ausgabe - 502 Seiten - Wallstein bestellen

    lieferbare Ausgaben

    -Doppelleben. Zwei Selbstdarstellungen. Gebundene Ausgabe - 199 Seiten - Klett-Cotta bestellen
    -Fragmente - Destillationen - Apreslude. Gebundene Ausgabe - 114 Seiten - Klett-Cotta 1987 bestellen
    -Gedichte. Broschiert - 188 Seiten - Reclam, Ditzingen 1988 bestellen
    -Gesammelte Prosa. Gebundene Ausgabe - 152 Seiten - Klett-Cotta 2000 bestellen
    -Gesammelte Werke. 4 Bde. Gebundene Ausgabe - Klett-Cotta 2002 bestellen
    -Der Ptolemäer. Taschenbuch - 150 Seiten - Klett-Cotta 1988 bestellen
    -Sämtliche Gedichte. Gebundene Ausgabe - 541 Seiten - Klett-Cotta 1998 bestellen
    -Statische Gedichte. Gebundene Ausgabe - 126 Seiten - Arche Verlag 2000 bestellen
    -Trunkene Flut. Ausgewählte Gedichte. Gebundene Ausgabe - 120 Seiten - Klett-Cotta 1989 bestellen
    -Werkausgabe I. Gedichte. Broschiert - Fischer (Tb.), Frankfurt 1982 bestellen
    -Werkausgabe II. Prosa und Autobiographie in der Fassung der Erstdrucke. Broschiert - Fischer (Tb.), Frankfurt 1984 bestellen
    -Werkausgabe III. Essays und Reden in der Fassung der Erstdrucke. Broschiert - 788 Seiten - Fischer (Tb.), Frankfurt 1989 bestellen
    -Werkausgabe IV. Szenen und Schriften. In der Fassung der Erstdrucke. Broschiert - 498 Seiten - Fischer (Tb.), Frankfurt 1990 bestellen

     

    Bibliografie (wird vervollständigt)

    -Beitrag zur Geschichte der Psychiatrie (Die Grenzboten. Ztschr. f. Politik, Literatur und Kunst 69, 4, 1910, S. 92-95)
    -Zur Geschichte der Naturwissenschaften (Die Grenzboten. Ztschr. f. Politik, Literatur und Kunst 70, 2, 1911, S. 181-182)
    -Medizinische Psychologie (Die Grenzboten. Ztschr. f. Politik, Literatur und Kunst 70, 2, 1911, S. 581-583)
    -Das moderne Ich (Berlin 1920; Tribüne der Kunst und Zeit. Eine Schriftensammlung, hrsg. v. Kasimir Edschmid, Bd. XII)
    -Paris (Faust. Eine Monatsschrift für Kunst, Literatur und Musik 3, Juni 1925, H. 11/12, S. 1-5)
    -Medizinische Krise (Der Querschnitt 6, Heft 5, Mai 1926, S. 340-347)
    -Wie Miss Cavel erschossen wurde (National-Zeitung, 1. Beiblatt zu Nr. 45 v. 23.2.1928, S. 1-2)
    -'Dein Körper gehört dir' (Der Querschnitt 8, Heft 3, März 1928, S. 145-149)
    -Totenrede für Klabund (6.9.1928)
    -Frankreich und Wir (Die literarische Welt 6, Nr. 1, 3.1.1930, S. 4)
    -Zur Problematik des Dichterischen (Die neue Rundschau 41, Bd. I, Heft 4, April 1930, S. 485-497)
    -Können Dichter die Welt ändern? (Rundfunkdialog Berliner Rundfunk 1930; Die literarische Welt 6, Nr. 23 v. 6.6.1930, S. 3-4)
    -Genie und Gesundheit (1930)
    -Der Aufbau der Persönlichkeit (1930)
    -Fazit der Perspektiven (1930)
    -Das Genieproblem (1930)
    -Heinrich Mann (Die literarische Welt 7, Nr. 13, 1931, S. 1-2)
    -Rede auf Heinrich Mann (gehalten am 28.3.1931 auf d. Bankett des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller. Abdruck in: Vossische Zeitung Nr. 76 v. 29.3.1931, Unterhaltungsblatt Nr. 75 (Postausgabe))
    -Irrationalismus und moderne Medizin (Die neue Rundschau 42, Bd. 2, H. 6, Juni 1931, S. 811-819)
    -Die neue literarische Saison (Rundfunkvortrag Berliner Funkstunde v. 28.8.1931)
    -Goethe und die Naturwissenschaften (Zeitungsbeitrag 1932)
    -Akademie-Rede bei der Aufnahme in die Preußische Akademie der Künste, Abt. für Dichtung (5.4.1932)
    -Der Nihilismus - und seine Überwindung (1932)
    -Gebührt Carleton ein Denkmal? (1932)
    -Nach dem Nihilismus (1932)
    -Deutscher Arbeit zur Ehre (1933)
    -Züchtung (1933)
    -Der neue Staat und die Intellektuellen (Rundfunkvortrag Berliner Rundfunk v. 24.4.1933; Abdruck in: Berliner Börsen-Zeitung, Morgenausgabe, Nr. 191 v. 29.4.1933, S. 7-8; Unterhaltungs-Beilage 'Kunst Welt Wissen', Nr. 96)
    -Der deutsche Mensch (1933)
    -Geist und Seele künftiger Geschlechter (1933)
    -Totenrede auf Max von Schillings (gehalten am 27.7.1933 bei der Feier der Preußischen Akademie der Künste)
    -Bekenntnis zum Expressionismus (1933)
    -'Die Dichtung braucht inneren Spielraum' (1934)
    -Der Krieger und die Statue (1934)
    -Dorische Welt (1934)
    -Sein und Werden (1935)
    -Strömungen (1936)
    -Franzosen (1940)
    -Züchtung (1940)
    -Kunst und Drittes Reich (1041)
    -Zum Thema: Geschichte (1942)
    -Provoziertes Leben (1943)
    -Pallas (1943)
    -Bezugssysteme (1943)
    -Pessimismus (1943)
    -Physik 1943 (1943)
    -Goethe und die Naturwissenschaften. Verlag der Arche, Zürich 1949. (Erste Buchausgabe d. Artikels v. 1932)
    -Das Zeitalter der Angst (1951)
    -Probleme der Lyrik. Vortrag in der Universität Marburg am 21.8.1951
    -Büchner-Preis-Rede (gehalten am 21.10.1951 vor der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung)
    -Erinnerungen an Else Lasker-Schüler (Einführung zum Else-Lasker-Schüler-Abend im Britsh Centre in Berlin am 23.2.1952)
    -Einleitung zu Lyrik des expressionistischen Jahrzehnts (1955)

    Sekundärliteratur

    -Allemann, Beda: Gottfried Benn. Das Problem der Geschichte. Pfullingen 1963.
    -Arnheim, Rudolf: Die Flucht zu den Schachtelhalmen. In: Die Weltbühne, Jg. 29, Nr. 2, 10. Jan 1933.
    -Arnold, Heinz Ludwig (Hrsg): Gottfried Benn. Text + Kritik 44.
    -Balser, Martin: Das Problem des Nihilismus im Werk Gottfried Benns. H. Bouvier & Co., Bonn 1965.
    -Bendix, Konstantin: Rauschformen und Formenrausch. Untersuchungen über den Einfluß von Drogen auf das Werk Gottfried Benns. Verlag Peter Lang (Europäische Hochschulschriften), Frankfurt/Bern/New York/Paris 1988.
    -Benn, Ilse: Mein Mann Gottfried Benn. In: Die Waage, Heft 5, Jg. 15, 1976
    -Bluhm, E./Wolff, U.: Gottfried Benn. Eine Bilddokumentation. München 1981.
    -Brode, Hanspeter (Hrsg): Benn-Chronik. Daten zu Leben und Werk. Carl Hanser Verlag, München 1978
    -Buddeberg, Else: Gottfried Benn. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1981.
    -Burdorf, Dieter (Hrsg): Liebender Streit. Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn. Tagungsprotokolle - Institut für Kirche und Gesellschaft. Iserlohn 2002.
    -Detering, Heinrich: Wahnsinn und Methode. Poe, Benn und die Dialektik der aufgeklärten Poetik. In: Merkur, Jg. 54, April 2000
    -Deußen, Christiane: Erinnerung als Rechtfertigung. Autobiographien nach 1945: Gottfried Benn - Hans Carossa - Arnolt Bronnen. Stauffenburg Verlag (Stauffenburg-Colloquium, Bd. 6), Tübingen 1987.
    -Dickhoff, Wilfried W.: Zur Hermeneutik des Schweigens. Ein Versuch über das Imaginäre bei Gottfried Benn. Forum Academicum, Königstein 1984 (=Hochschulschriften: Literaturwissenschaft, Bd. 64)
    -Grimm, Reinhold: Gottfried Benn. Die farbliche Chiffre in der Dichtung. (Erlanger Beiträge zur Sprach- und Kunstwissenschaft 1) 1962.
    -Heintel, Helmut: Block II, Zimmer 66. Gottfried Benn in Landsberg 1943-1945. Eine bildliche Dokumentation. Stuttgart 1988.
    -Heintel, Helmut: Bozener Straße 20, pt. Gottfried Benns Welt im kleinen. Warmbronn 1999.
    -Heintel, Helmut: Der Dichter und die Schauspielerin. Eine biographische Annäherung an Gottfried Benn und Lili Breda. Verlag Ulrich Keicher, Warmbronn 1997, Zwölfter Druck der Reihe Warmbronner Edition.
    -Heintel, Helmut: Gottfried Benn. Bildnisse. Stuttgart 1990.
    -Heintel, Helmut: Gottfried Benn und Gerhard Wilcke. Begegnungen um den Bayerischen Platz herum. Warmbronn 1998.
    -Heller, Erich: Gottfried Benns Hordenzauber. In: Die neue Weltbühne, Nr. 22, 1. Juni 1933
    -Hillebrand, Bruno (Hrsg): Über Gottfried Benn. Kritische Stimmen 1912-1956. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1987
    -Hochhuth, Rolf: Auferstehung? Hommage à Gottfried Benn anläßlich seines 40. Todestages am 7. Juli 1966. In: Akademie der Künste, Berichte für eine Akademie, Anmerkungen zur Zeit 31, Berlin 1966
    -Homeyer, Helene: Gottfried Benn und die Antike. In: Zeitschrift für Deutsche Philologie, 79. Band, 1960, Zweites Heft
    -Jens, Inge: Dichter zwischen rechts und links. Die Geschichte der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste dargestellt nach Dokumenten. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1979.
    -Kaiser, Helmut: Mythos, Rausch und Reaktion. Der Weg Gottfried Benns und Ernst Jüngers. Aufbau-Verlag, Berlin 1962.
    -Kesting, Marianne: Der Dichter und die Droge. Zur Ästhetik und Soziologie des Rauschs. Verlag Constantin Post, Köln 1973.
    -Klingmann, Guenter: Gottfried Benn oder Der aristokratische Nihilismus. In: Neue deutsche Literatur, Jg. 2 (1954), Heft 10
    -Kunisch, Hermann: Meine Begegnung mit Gottfried Benn. 1951-1956. Anlaß - Stationen - Dokumente. Duncker & Humblot, Berlin 1989.
    -Lohner, Edgar: Gottfried Benn. Bibliographie 1912-1956. Wiesbaden, Limes 1958.
    -Mann, Klaus: Briefe und Antworten 1922-1949. Herausgegeben v. Martin Gregor-Dellin. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek b. Hamburg 1991, S. 99f, 106, 114, 116, 118, 317, 684f, 687.
    -Mann, Klaus: Gottfried Benn. Oder: Die Entwürdigung des Geistes. In: Die Sammlung. 1. Jahrgang 1934, Heft I, S. 49f.
    -Mendelssohn, Peter de: Das Verharren vor dem Unvereinbaren. Versuch über Gottfried Benn. (in: Mendelssohn: Der Geist der Despotie) Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1987.
    -Mertens, Pierre: Der Geblendete. Roman. Berlin 1987.
    -Raabe, Paul: Gottfried Benn in Hannover 1935-1937. Seelze-Velber 1986.
    -Sanders-Brahms, Helma: Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler. Giselheer und Prinz Jussuf. Rowohlt Paare, Reinbek b. Hamburg 1998.
    -Scholz, Kai-Uwe: Gottfried Benn (1886-1956) Kindheitsorte. Frankfurter Buntbücher 23. Hrsg. von Wolfgang Barthel, Frankfurt an der Oder 1998.
    -Soerensen, Nele Poul: Mein Vater Gottfried Benn. Wiesbaden/München 1986.
    -Speck, Reiner: Medizinisches im Werk von Gottfried Benn. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Hohen Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, Köln 1968.
    -Usinger, Fritz: Gottfried Benn und die Medizin. Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Abhandlungen der Klasse der Literatur. Jahrgang 1967, Nr.3.
    -Witschel, Günther: Rausch und Rauschgift bei Baudelaire, Huxley, Burroughs und Benn. H. Bouvier Verlag & Co., Bonn 1968.
    -Wodtke, Friedrich Wilhelm: Die Antike im Werk Gottfried Benns. Wiesbaden 1963.
    -Wodtke, Friedrich Wilhelm: Gottfried Benn. J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1970.


    (1) "Ich war Arzt an einem Prostituiertenkrankenhaus, ein ganz isolierter Posten, lebte in einem konfiszierten Haus, elf Zimmer, allein mit meinem Burschen, hatte wenig Dienst, durfte in Zivil gehen, war mit nichts behaftet, hing an keinem, verstand die Sprache kaum; strich durch die Straßen, fremdes Volk; eigentümlicher Frühling, drei Monate ganz ohne Vergleich, was war die Kanonade von der Yser, ohne die kein Tag verging, das Leben schwang in einer Sphäre von Schweigen und Verlorenheit, ich lebte am Rande, wo das Dasein fällt und das Ich beginnt. Ich denke oft an diese Wochen zurück, sie waren das Leben, sie werden nicht wiederkommen, alles andere war Bruch." (Gesammelte Werke in acht Bänden. Band 8: S. 1873 f.) zurück
    (2) Benn und Breda hatten seit Mitte der 20er Jahre eine Beziehung, die 1928 zur Trennung und Wiederannäherung führte. Bevor Breda sich am 1. Februar 1929 aus dem Fenster stürzte, kündigte sie ihren Vorsatz telefonisch bei Benn an. Als er zu ihr eilte, fand er sie zerschmettert auf dem Asphalt. Die Ärzte konnten nur noch den Tod feststellen. Beigesetzt wurde sie am 7. Februar auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf. zurück
    (3) Benns Büchner-Preis-Rede ist veröffentlicht unter anderem in: Büchner-Preis-Reden 1951-1971. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1981. zurück

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