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Edith Sitwell,
* 7. September 1887 in Scarborough;, gestorben am 9. Dezember 1964 in London
Sitwell entstammte einer aristokratischen Familie, rebellierte aber früh gegen die Konventionen ihrer Klasse. Ihr Leben war geprägt von einer auffälligen Persönlichkeit – bekannt für ihre extravagante Kleidung, ihren scharfen Witz und ihre unkonventionellen Ansichten. Sie unterstützte junge Schriftsteller wie Dylan Thomas und Aldous Huxley und förderte experimentelle Literaturströmungen, etwa den Imagismus und den Surrealismus.
Edith Sitwells literarisches Werk zeichnet sich durch außergewöhnliche sprachliche Experimentierfreude aus. Frühe Gedichte wie „Façade“ (1922, das von William Walton vertont wurde) spielten mit Klang, Rhythmus und der Musikalität der Sprache, sie wollte mit dem Klang der Sprache selbst arbeiten. Sie interessierte sich für die sensorische Qualität von Wörtern und schuf damit eine fast synästhetische Poesie.
In den 1930er und 1940er Jahren wurde ihre Lyrik deutlich ernster. In „Still Falls the Rain“ (1941), einem ihrer bekanntesten Gedichte, thematisiert sie die Schrecken des Krieges.
Gemeinsam mit ihren Brüdern Osbert und Sacheverell war sie ein zentraler Punkt des Londoner Kulturlebens, und ihr Salon diente als Treffpunkt für moderne Autoren. Als Herausgeberin der jährlichen Lyrik-Anthologie „Wheels“ (ab 1916) förderte sie die literarische Moderne und setzte sich für künstlerische Experimente ein.
Neben der Lyrik verfasste sie Essays über Literatur und Kunst sowie Biografien (u. a. über Alexander Pope und Queen Victoria) und ihr bekanntestes Prosawerk „The English Eccentrics“.
Links
Edith Sitwell: Piraterie & Pietät
Edith Sitwell liest eigene Gedichte
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