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Brian Greene: Ikarus am Abgrund der Zeit Brian Greene
Ikarus am Abgrund der Zeit
S. Fischer Verlag 2010
ISBN 978-3-10-025306-4

Das Raumschiff Proxima ist auf dem Weg zu einem Planeten, der den Stern Proxima Centauri [1] umkreist. Von dort hatte man schwache Funksignale empfangen, nach deren Entschlüsselung klar war, dass es dort eine Zivilisation auf einem gehobenen technischen Niveau geben muss. Der Planet könnte erdähnlich sein, und man rüstete eine Expedition aus, deren Teilnehmer über mehrere Generationen hinweg auf der Reise sein würden. Ikarus ist der Urenkel des ersten Leiters dieser Expedition. Er ist, wie schon sein Vater und Großvater, auf dem Raumschiff geboren und wird dort sterben. Obwohl erst 14-jährig ist er bereits Pilot eines der Tochterschiffe der Proxima. Als sich das Raumschiff einem Schwarzen Loch nähert und der Kapitän einen Kurswechsel vollzieht, um nicht in das Gravitationsfeld des Schwarzen Lochs zu geraten, fasst Ikarus spontan den Entschluss, sich mit einem der Tochterschiffe dem Schwarzen Loch so weit zu nähern, wie es seiner Berechnung nach möglich ist ohne verschlungen zu werden. Gegen den Willen seines Vaters startet Ikarus mit einem der Beiboote und nähert sich dem Schwarzen Loch. Ihm gelingt es tatsächlich, mehrmals am Rand des Gravitationsabgrunds entlang zu fliegen, er ist euphorisch. Was er jedoch nicht bedacht hat, ist, dass sich die Zeit bei zunehmender Gravitation verlangsamt. Wovon er allerdings nichts mitbekommt, für ihn wirkt alles völlig normal.

Als er den Rückweg zum Mutterschiff antritt, begegnet er hunderten von riesigen, ihm völlig unbekannten Raumschiffen, von denen ihn eins aufnimmt. Dort erfährt er, dass inzwischen 10.000 Jahre vergangen sind. Die ursprüngliche Expedition war erfolgreich und hat zu einer fruchtbaren interstellaren Zusammenarbeit geführt. Und er erfährt von der Legende um einen Jungen, der vor langer Zeit nicht auf seinen Vater gehört hat und sich einem Schwarzen Loch genähert hat. Er ward nie mehr gesehen.

Brian Greene [2] ist Mathematiker und theoretischer Physiker, der über die Stringtheorie [3] forscht. Er lehrt an der Columbia University in New York.

Die Hintergründe jeder Seite dieses Buches sind Bilder des Hubble-Weltraumteleskops [4], in deren Mitte ein schwarzer Kreis das Schwarze Loch darstellen soll. Er vergrößert sich mit der Annäherung Ikarus' bis er fast an die Seitenränder stößt und wird dann wieder kleiner. Im Anhang sind weitere Bilder des Teleskops mit kurzen Erklärungen zu sehen, abschließend erläutert Greene den Zusammenhang zwischen Gravitation und Zeit [5].

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1. Proxima Centauri (auch V645 Centauri oder Alpha Centauri C) ist der unserer Sonne nächstgelegene Stern. Die Entfernung beträgt 4,244 Lichtjahre. Entdeckt wurde er 1915. Bislang ist ein Planet (Proxima Centauri b) bekannt, der ihn umkreist. Im Dezember 2020 wurde ein Radiosignal empfangen, das möglicher­weise von Proxima Centauri stammt.

2. Geb. am 9. Februar 1963 in New York City.

3. Die Stringtheorie vereint Relativitätstheorie und Quantenmechanik im Versuch, alle physikalischen Phänomene mit einer mathematischen Formel erklären zu können.

4. Das Hubble-Weltraumteleskop (benannt nach dem Astronomen Edwin Hubble) wurde 1990 im All ausgesetzt.

5. Einstein hat mit seinem Äquivalenzprinzip festgestellt, dass Gravitation und Beschleunigung die gleiche Wirkung erzielen. Da Beschleunigung die Zeit dehnt, wird sie es bei zunehmender Schwerkraft ebenso.

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20. Dezember 2020

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