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Ulrich Schnabel Andreas Sentker Wie kommt die Welt in den Kopf Ulrich Schnabel / Andreas Sent­ker:
Wie kommt die Welt in den Kopf?
Reise durch die Werkstätten der Bewußtseinsforscher.
Rowohlt 2004, 5. Aufl., 312 Seiten
ISBN 3-499-60256-3

Was ist Bewusstsein und hat es eine materielle Basis oder ist es dem Gehirn in einem qua­si-schöpferischen Akt im­ple­men­tiert worden? Hat der Mensch das Be­wusstsein ex­klu­siv oder wurde auch von anderen Spezies Bewusstsein entwickelt, ist es womöglich sogar vorstellbar, dass die Entwicklung von Maschinen mittels Künstlicher Intelligenz zu einem Zustand der Be­wusst­heit der Maschinen über sich selbst führt?

Diesen und ähnlichen Fragen gehen die Autoren auf ihrer "Reise durch die Werkstätten der Bewußtseinforscher" nach und stoßen dabei nicht nur auf kein einheitliches Bild über den Stand der entsprechenden For­schung, sondern erfahren da­bei auch die Uneinigkeit, ja Widersprüchlichkeit der Wis­sen­schaft­ler über die Fra­ge­stel­lung selbst. Genau das aber macht die Lektüre dieses Buches auch für Laien auf dem Gebiet der Ko­gni­ti­ons­for­schung und der Neuro­wissen­schaften interessant. Das Buch, das 2004 in seiner 5. Auflage erschienen ist, ist naturgemäß nicht auf dem aktuellen Stand des wis­sen­schaft­li­chen Diskurses, nichts­desto­trotz regt es in hohem Maß zum Nachdenken an über das eigene Selbst und sein Verhältnis zur Wahrnehmung der Welt, in der wir leben.

In acht Kapiteln und neun Ex­kur­sen werden die Blickwinkel und Fra­ge­stel­lun­gen der geis­tes- und na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Forschung vorgestellt und kommentiert. Ein Epilog zieht als Fazit, dass es keine Einigkeit in der Definition von Be­wusst­sein gibt, dass es, im Gegenteil, im Kampf um For­schungs­gel­der zu erbitterten Feindseligkeiten zwischen den einzelnen Schulen gekommen ist. Ein mehrseitiges Li­te­ra­tur­ver­zeich­nis sowie ein um­fang­rei­ches Register beschließen den Band.

30. September 2022

Wissenschaft

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